in jeweils wenigen Privatdrucken existieren. Der Autor
bewegt sich mit Bedacht außer-
halb aller gängigen Klischees,
meidet absichtlich die abgedroschenen sozialen und politi-
schen Bereiche, vermeidet auch gerade das, was die Mehrzahl
der heutigen Leser reizt, nämlich Gewalt jeder Art, was ihm sicherlich das
Missfallen von Liebhabern von Krimi-nalliteratur einbrächte, falls er auf
solche Leserkreise Wert legen würde.
Die Titel der drei Romane, wenn man will, sogar vier, sind Zwischenspiele oder Acht
Tage ohne Lydia,
Paradiesischer Sommer und Fünfundvierzig
mit dem dazu gehörigen
Epilog Sechsundvierzig. Sie sind vieles
zugleich, vor allem aber Liebes-und Beziehungs-
romane mit stark erotischen Passagen in den fast lückenlos beschriebenen
Geschehnissen
und in den diese begleitenden Dialogen.
Es sind aber auch, über große Strecken hinweg, psychologische
Romane, in denen seeli-
sche Eigenheiten, Befindlichkeiten und Probleme, die ja
unausweichlich sind, in die Dia-
loge einfließen oder den Handlungsfluss begleiten. Schilderungen
von Abartigkeiten wird man hier vergeblich suchen. Gedanken der männlichen
Ich-Person sind zahlreich in der
Form des inneren Monologs eingebaut. Mehrere Traumsequenzen
und einige Märchen
fügen sich an den passenden Stellen in die Texte ein.
In gewisser Hinsicht sind es auch Reiseromane, vor allem der
erstgenannte, dessen Hand-
lung in Griechenland beginnt und erst gegen das Ende hin in
Mitteleuropa landet. Auch
in den anderen wird gereist, vor allem griechische Kultur
lernt man kennen, die der Autor
mit sichtlichem Vergnügen dort selbst erlebt hat. Abstecher finden
auch in die Schweiz
statt, die Donau entlang bis Passau und immer wieder im Raum
um Wien, wo man zu
Hause ist und sich an vertrauter Landschaft freuen kann.
Und es sind auch Künstlerromane. So fließt vieles aus der
Berufserfahrung des Autors in
die künstlerische Tätigkeit der Protagonisten ein, der
Aufbau eines Verlages und einer Kunstgalerie ist ebenso in die Handlung
integriert wie einiges zur Theorie des Roman-
schreibens. Und in den Zwischenspielen
findet auch Musik und musikalische
Tätigkeit
ihren Platz. Verständnis für allzu Experimentelles, für
fragwürdiges Herumtappen auf
allen Gebieten künstlerischer Aktivität, vor allem die
ungeistigen Sinnlosigkeiten der bildenden Kunst von heute, wird man hier
freilich vergeblich suchen. Die findet der
daran Interessierte zuhauf in den Museen zeitgenössischer Kunst
weltweit, in vielen
Galerien und Auktionskatalogen, etwa des Wiener Dorotheums
über zeitgenössische
Kunst. Dort findet jeder, auch im jüngsten Katalog vom
November 2015, pseudokünst-
lerische Frech- und Dummheiten zu Gelegenheitspreisen bis zu
einigen Zehntausend
Euro.
Nicht zuletzt sind es österreichische Romane, der der Autor
vorlegt. Wo immer er die
Wahl hat, findet die österreichische Wortvariante
Verwendung. Er ist der Meinung,
dass sich der mittel- oder norddeutsche Leser auch ein wenig
bemühen sollte, wie sich
ja der österreichische Leser auch nicht immer leicht tut,
weil ja in bundesdeutschen
Verlagen sogar Werke österreichischer Autoren oft in ein
Lektorendeutsch übersetzt
werden, etwa in gestanden
haben, wo es sich aber um alles andere als um Geständnisse
handelt. Und an den Genuss von Erdäpfeln, Eierspeis, Karfiol und Karotten wird man
sich eben gewöhnen müssen.
Dass es österreichische Romane sind, geht auch daraus
hervor, dass die Hauptperso-
nen in Österreich und im österreichischen Kulturraum zu Hause
sind. Und der Autor
legt Wert darauf, dass der Leser auch immer wieder daran
erinnert wird.
Im Mittelpunkt der Romanhandlungen stehen durchwegs
Liebespaare, die sich nicht
nur an seelischer, sondern auch an körperlicher Liebe
freuen, die aber auch – etwa in
den Zwischenspielen – Beziehungsproblemen ausgesetzt sind und
erst nach längeren
Umwegen zusammenfinden, nachdem sie anderwärts die
unterschiedlichsten eroti-
schen Erfahrungen gesammelt, ihre Charaktere gefestigt haben,
zwar für kurze Zeit
in falschen Beziehungen gelandet sind, sich aber schon in
angemessenen künstleri
schen Berufen zu bewähren begonnen haben. Das von der Norm
Abweichende ist in
allen drei Romanen die freie, offene Beziehung zwischen Mann
und Frau und vor
allem deren Toleranz, die auch eine Reise, ja sogar ein
Leben zu dritt möglich macht.
Auch dabei und überhaupt wird oft gelacht, und Humor tritt
als eine sehr willkom-
mene Alternative zum Ernst des Lebens immer wieder in den
Mittelpunkt.
Und auch Lebensklugheiten wird man in manchen Gesprächen
finden, einmal ver-
steckter, einmal vordergründiger, aber immer am richtigen
Ort, um dem Sinn des
Lebens, der in der Freude besteht, Ausdruck zu verleihen.
Nicht zuletzt mit diesem Zweck, Freude erleben zu lassen,
sind diese drei Romane,
vielleicht so etwas wie erratische Blöcke in der
gegenwärtigen Einheitsliteratur, zu
den wenigen ausgewählten Lesern gegangen. Der Autor
überlässt es dem Zufall,
oder, wenn man will, dem Schicksal, ob sie dereinst auch das
Licht einer größeren Öffentlichkeit erblicken werden.
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