Sonntag, 8. November 2015

Aktualisierung - Buchpublikationen 191 bis 204


191  Hans Fronius: Lebensbilder. Zeichnungen und faksimilierte handschriftliche
        Brief- und Manuskripttexte. Zum 25. Todestag des Künstlers.  39 Eu.
192  EF: Was sich so um mich herum begibt.  Gedichte. Mit Zeichnungen des
        Autors.  30 Eu.
193  Paul Scheerbart: Jenseits-Galerie. 10 phantastische Zeichnungen mit einlei-
        tenden Kommentaren des Künstlers. Faksimile der Erstausgabe.  39 Eu.
194  Karel Capek: Der Mann, der fliegen konnte. Eine phantastische Erzählung.
        Mit 4 Zeichnungen von EF.   9 Eu.
195  Max Herrmann-Neisse:  Zeit und Unzeit. Gedichte in Auswahl. Mit einem
        unbekannten Text von Stefan Zweig, Portraits von Ludwig Meidner
        und handschriftlichen Gedichten im Faksimile.  33 Eu.
196  EF: Auf vielen Ebenen unterwegs. Erlebtes, Erduldetes, Erlerntes, Erfahrenes,
        Erreichtes. Fragmente einer Autobiographie. Mit Illustrationen.   45 Eu.
197  EF: Unzeit-Gemäßes.  Unzeit-Gedichte und Unzeit-Gesichter von
        Unzeit-Gelichter. Mit 19 Zeichnungen des Verfassers. 33 Eu.
198  EF: Ausklänge. Gedichte. Mit 14 Zeichnungen von Stefan Eggeler.  39 Eu.
199  Oliver Reck-Ostenau: Mädeln. 22 handkolorierte Aktzeichnungen und 1
        Abbildung nach einer Farbzeichnung. Privatdruck in einer Auflage von
        10 Exemplaren. Bibliophiler Handeinband. Nicht im Handel, nur direkt
        über die Edition beziehbar.  28 Eu.
200  Oliver Reck-Ostenau: Paradiesischer Sommer. Ein Grenzen überschreitender
        Roman . Mit 12 Graphiken von Moyssey Kogan. Privatdruck in einer Auflage
        von 13 Exemplaren. Bibliophile Handeinbände (Leinen). Nicht im Handel,
        nur direkt über die Edition beziehbar. In drei Bänden, zusammen  99 Eu.
201  Oliver Reck-Ostenau; Marginalien zu zwei südlich-sommerlichen Romanen.
        Mit 6 Graphiken von Moyssey Kogan. 12 Eu.
202  Oliver Reck-Ostenau: Fünfundvierzig. Roman eines mittleren Alters. Mit
        Zeichnungen des Verfassers. Privatdruck in einer Auflage von 13 Exemplaren.
        Bibliophile Handeinbände (Leinen). Nicht im Handel, nur direkt über die
        Edition beziehbar. In vier Bänden, zusammen  138  Eu. (Nur noch 1 Expl.)
203  Oliver Reck-Ostenau: Sechsundvierzig. Roman. Epilog zu: Fünfunfvierzig.
        Mit Zeichnungen des Verfassers. Privatdruck in einer Auflage von 13 Ex-
        emplaren. Bibliophiler Handeinband (Leinen). Nicht im Handel, nur direkt
        über die Edition beziehbar. 36 Eu.
204  Oliver Reck-Ostenau: Zwischenspiele oder Acht Tage ohne Lydia. Roman.
        Mit Abbildungen nach Linolschnitten von Herman Keil. Privatdruck in einer
        Auflage von 10 numerierten Exemplaren. Bibliophiler Handeinband (Leinen).
        Nicht im Handel, nur direkt über die Edition beziehbar. In fünf Bänden.
        Bandpreis 30 Eu. (Erscheint nach und nach in der ersten Jahreshälfte 2016.)

RECK-OSTENAU, Oliver - Privatdrucke dreier Romane in der Edition Graphischer Zirkel

Von einem österreichischen Autor, der sich entgegen den üblichen Usancen als Person bewusst im Hintergrund hält, liegen drei Romane größeren Umfangs aus den letzten vier Jahren (2012 – 2015) vor, die in mancher Hinsicht aus dem Rahmen fallen und bisher nur
in jeweils wenigen Privatdrucken existieren. Der Autor bewegt sich mit Bedacht außer-
halb aller gängigen Klischees, meidet absichtlich die abgedroschenen sozialen und politi-
schen Bereiche, vermeidet auch gerade das, was die Mehrzahl der heutigen Leser reizt, nämlich Gewalt jeder Art, was ihm sicherlich das Missfallen von Liebhabern von Krimi-nalliteratur einbrächte, falls er auf solche Leserkreise Wert legen würde.
Die Titel der drei Romane, wenn man will, sogar vier, sind Zwischenspiele oder Acht
Tage ohne Lydia, Paradiesischer Sommer und Fünfundvierzig  mit dem dazu gehörigen
Epilog  Sechsundvierzig. Sie sind vieles zugleich, vor allem aber Liebes-und Beziehungs- romane mit stark erotischen Passagen in den fast lückenlos beschriebenen Geschehnissen
und in den diese begleitenden Dialogen.
Es sind aber auch, über große Strecken hinweg, psychologische Romane, in denen seeli-
sche Eigenheiten, Befindlichkeiten und Probleme, die ja unausweichlich sind, in die Dia-
loge einfließen oder den Handlungsfluss begleiten. Schilderungen von Abartigkeiten wird man hier vergeblich suchen. Gedanken der männlichen Ich-Person sind zahlreich in der
Form des inneren Monologs eingebaut. Mehrere Traumsequenzen und einige Märchen
fügen sich an den passenden Stellen in die Texte ein.
In gewisser Hinsicht sind es auch Reiseromane, vor allem der erstgenannte, dessen Hand-
lung in Griechenland beginnt und erst gegen das Ende hin in Mitteleuropa landet. Auch
in den anderen wird gereist, vor allem griechische Kultur lernt man kennen, die der Autor
mit sichtlichem Vergnügen dort selbst erlebt hat. Abstecher finden auch in die Schweiz
statt, die Donau entlang bis Passau und immer wieder im Raum um Wien, wo man zu
Hause ist und sich an vertrauter Landschaft freuen kann.
Und es sind auch Künstlerromane. So fließt vieles aus der Berufserfahrung des Autors in
die künstlerische Tätigkeit der Protagonisten ein, der Aufbau eines Verlages und einer Kunstgalerie ist ebenso in die Handlung integriert wie einiges zur Theorie des Roman-
schreibens. Und in den Zwischenspielen  findet auch Musik und musikalische Tätigkeit
ihren Platz. Verständnis für allzu Experimentelles, für fragwürdiges Herumtappen auf
allen Gebieten künstlerischer Aktivität, vor allem die ungeistigen Sinnlosigkeiten der bildenden Kunst von heute, wird man hier freilich vergeblich suchen. Die findet der
daran Interessierte zuhauf in den Museen zeitgenössischer Kunst weltweit, in vielen
Galerien und Auktionskatalogen, etwa des Wiener Dorotheums über zeitgenössische
Kunst. Dort findet jeder, auch im jüngsten Katalog vom November 2015, pseudokünst-
lerische Frech- und Dummheiten zu Gelegenheitspreisen bis zu einigen Zehntausend
Euro.
Nicht zuletzt sind es österreichische Romane, der der Autor vorlegt. Wo immer er die
Wahl hat, findet die österreichische Wortvariante Verwendung. Er ist der Meinung,
dass sich der mittel- oder norddeutsche Leser auch ein wenig bemühen sollte, wie sich
ja der österreichische Leser auch nicht immer leicht tut, weil ja in bundesdeutschen
Verlagen sogar Werke österreichischer Autoren oft in ein Lektorendeutsch übersetzt
werden, etwa in gestanden haben, wo es sich aber um alles andere als um Geständnisse
handelt. Und an den Genuss von Erdäpfeln, Eierspeis, Karfiol und Karotten wird man
sich eben gewöhnen müssen.

Dass es österreichische Romane sind, geht auch daraus hervor, dass die Hauptperso-
nen in Österreich und im österreichischen Kulturraum zu Hause sind. Und der Autor
legt Wert darauf, dass der Leser auch immer wieder daran erinnert wird.
Im Mittelpunkt der Romanhandlungen stehen durchwegs Liebespaare, die sich nicht
nur an seelischer, sondern auch an körperlicher Liebe freuen, die aber auch – etwa in
den Zwischenspielen   Beziehungsproblemen ausgesetzt sind und erst nach längeren
Umwegen zusammenfinden, nachdem sie anderwärts die unterschiedlichsten eroti-
schen Erfahrungen gesammelt, ihre Charaktere gefestigt haben, zwar für kurze Zeit
in falschen Beziehungen gelandet sind, sich aber schon in angemessenen künstleri
schen Berufen zu bewähren begonnen haben. Das von der Norm Abweichende ist in
allen drei Romanen die freie, offene Beziehung zwischen Mann und Frau und vor
allem deren Toleranz, die auch eine Reise, ja sogar ein Leben zu dritt möglich macht.
Auch dabei und überhaupt wird oft gelacht, und Humor tritt als eine sehr willkom-
mene Alternative zum Ernst des Lebens immer wieder in den Mittelpunkt.
Und auch Lebensklugheiten wird man in manchen Gesprächen finden, einmal ver-
steckter, einmal vordergründiger, aber immer am richtigen Ort, um dem Sinn des
Lebens, der in der Freude besteht, Ausdruck zu verleihen.
Nicht zuletzt mit diesem Zweck, Freude erleben zu lassen, sind diese drei Romane,
vielleicht so etwas wie erratische Blöcke in der gegenwärtigen Einheitsliteratur, zu
den wenigen ausgewählten Lesern gegangen. Der Autor überlässt es dem Zufall,
oder, wenn man will, dem Schicksal, ob sie dereinst auch das Licht einer größeren Öffentlichkeit erblicken werden.